Für die ganz Kleinen: Im Zweifel lieber Tragetuch

TragetuchDas Tragen von Babys wird immer beliebter. Waren es vor einigen Jahren nur ein paar “Ökos”, die Ihre Babys nah am Körper trugen, entdecken heute immer mehr Mütter und Väter, welche Vorteile das mit sich bringt.

Das Angebot an diversen Tragehilfen ist groß. Viele Hersteller werben damit, dass ihre Tragehilfen auch schon für Neugeborene benutzt werden können. Die meisten Eltern tun dies auch, ohne zu ahnen, dass sie Ihrem Baby damit vielleicht schaden. Erfahren Sie hier warum und welche Alternativen Sie stattdessen haben…

Die Tragehilfe – Ihre zweite Haut

Gerade bei ganz kleinen Babys ist es wichtig, dass sich die Trage immer optimal dem kleinen Körper anpaßt. Nur dann ist die Stützwirkung ausreichend und das Baby nimmt eine ergonomisch korrekte Haltung ein.

Die Trage sollte sich wie eine zweite Haut anfühlen. In einer guten Trage sitzt Ihr Baby ganz fest an Ihrem Körper. Auch der Kopf ist im Nacken gestützt und wird an Ihre Brust gedrückt. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Baby “hängt” vor Ihrem Körper, dann ist Ihre Trage entweder nicht fest genug geschnürt, oder einfach ungeeignet.

Die meisten Tragehilfen sind konzipiert für Babys ab 3-4 Monaten. Um den Eltern aber von Anfang an die Benutzung der Tragehilfe zu ermöglichen, bieten viele Hersteller einen zusätzlichen oder integrierten Neugeborenen Einsatz an. Die Beinchen bleiben dabei vorerst noch in der Trage, schauen also an der Seite nicht heraus. Diese Variante ist nicht ganz optimal, da sich eine Tragehilfe niemals zu 100% an den Babykörper anpassen kann. Ihr Baby hat dabei zwar die typische Anhock-Spreiz-Haltung, es wird also auch orthopädisch korrekt getragen, eine perfekte Stützwirkung für den Rücken ist jedoch nicht gegeben.

Richtig gebunden ist das Tragetuch für Neugeborene immer noch die perfekte Wahl.  Ein Tragetuch paßt sich immer optimal dem Körper an, egal wie groß, dick oder dünn Ihr Baby ist. Ein Tragehilfe muß zwangsläufig eine “Größe” haben. Zwar ist diese in der Regel sehr flexibel und anpassbar, aber unendlich geht das nun mal nicht.

Daher meine Empfehlung…

Kaufen Sie sich für den Anfang ein preisgünstiges Tragetuch und später  (nach ca. 3-5 Monaten) steigen Sie auf eine ergonomische Tragehilfe um.

Sie meinen, Sie kommen mit einem Tragetuch nicht zurecht?
Und wirklich modern und schick sind Tragetücher auch nicht?

Viele Eltern haben (eine absolut unbegründete) Angst davor, die „komplizierten“ Bindetechniken zu erlernen. Und was das Design betrifft: Da hat sich viel getan! Wer möchte kann sich natürlich immer noch ein Tragetuch in Regenbogenfarben kaufen. Wer es allerdings eleganter mag, findet auch eine große Auswahl an modernen einfarbigen Tüchern. Von schwarz über braun, türkis oder lila ist alles dabei.

Bindetechnik leicht erlernbar

Noch mal zum Thema Bindetechniken: Am Anfang sieht es tatsächlich recht kompliziert aus, ist es allerdings gar nicht. Hat man den Dreh einmal raus, bindet man das Tuch quasi im Schlaf. Es ist wie Fahrrad fahren.

Darüber hinaus gibt es heute elastische Tragetücher, die man einmal bindet und dann das Baby immer wieder raus- und reinnehmen kann (z.B. Moby Wrap). Das „Festziehen“ entfällt und das Tuch wird nicht locker, so dass man es nachziehen müsste.

Ich habe mich für den Shop ebenfalls für ein elastisches Jerseytragetuch entschieden (Moby Wrap). Zum einen finde ich das Material schicker, zum anderen ist die Anwendung einfacher. Bei klassischen Tragetüchern ist meist das Problem, dass sie entweder (aus Unwissenheit) zu locker gebunden werden, oder das Material nach einer gewissen Tragedauer nachgibt. (Ähnlich einer Jeans, die nach der Wäsche knackig sitzt und innerhalb von ein paar Stunden schlabbert.) Bei Jerseytragetüchern entfällt das Festziehen und sie geben auch nicht so nach wie klassische Tragetücher.

Den meisten Eltern genügt übrigens schon eine einzige Bindetechnik, um über die gesamte Tragezeit zu kommen. Das hört sich jetzt so leicht an, hat man aber einmal die Scheu überwunden und läßt sich darauf ein, ist es wirklich nicht mehr schwierig. :-)

Hier finden Sie zwei Videos. Eines zeigt eine spezielle Bindeanleitung für ein elastisches Jerseytragetuch, das andere die Wickelkreuztrage mit einem klassischen Tragetuch. (Die Wickelkreuztrage kann übrigens auch mit einem Jerseytragtuch gebunden werden.)

Spezielle Bindung eines elastischen Jerseytragetuches

Klassische Wickelkreuztrage (ebenfalls mit Jerseytragetuch möglich)

Tragehilfe mit integriertem Neugeboreneneinsatz

Falls Sie sich jetzt immer noch vor einem Tragetuch scheuen, wählen Sie eine ergonomische Trage mit möglichst vielen Einstellmöglichkeiten und Neugeborenemeinsatz (z.B. Manduca). Wesentlich besser, als ganz auf das Tragen zu verzichten, ist es auf jeden Fall.

Hier noch ein Tipp: Für die Übergangszeit, also die Zeit wo Ihr Baby zu groß für den Neugeboreneneinsatz ist aber noch zu klein für die “normale” Tragevariante, können Sie einen Trick anwenden: Das Problem ist meist, dass der Steg auf dem Baby sitzt bei den ergonomisch korrekten Tragehilfen noch zu breit ist. Verkleinern Sie diesen Steg, indem Sie bspw. eine Mullwindel oder einen weichen Schal darum binden. Die Breite ist dann optimal, wenn die Trage nicht in Babys Kniekehlen einschneidet.

Überlegen Sie sich aber trotzdem ganz genau, ob Sie für den Anfang nicht doch ein Tragetuch verwenden…

Schon früh mit dem Tragen beginnen

Wichtig ist, dass Sie früh mit dem Tragen beginnen, da manche Babys sich vom Tragen „entwöhnen“. Es kann passieren, dass sie sich später eingeengt fühlen. Sowohl Sie als auch Ihr Baby müssten dann auf die vielen Vorteile des Tragens verzichten.

Übrigens: Der Kauf eines Tragetuches lohnt sich immer. Wenn Sie es nicht mehr brauchen, kann es zusammen geknotet im Kinderzimmer als Schaukel dienen, oder Sie stellen es Ihrem Sprössling zum „Höhlen bauen“ zur Verfügung.

Fazit

Neugeborene sollten am besten im Tragetuch getragen werden, da sich dieses wie “eine zweite Haut” dem Baby und dem Tragenden anpaßt. Sollten Sie sich vor dem Gebrauch eines Tragetuches scheuen, wählen Sie eine ergonomische Trage mit Neugeboreneneinsatz, die die Anhock-Spreiz Haltung ermöglicht und das Köpfchen gut stützt. Achten Sie darauf, dass die Tragehilfe möglichst viele Einstellmöglichkeiten hat. Achten Sie darauf, dass die Trage niemals in Babys Kniekehlen einschneidet. Verkleinern Sie notfalls den Steg mit einem Schal oder einem Tuch.

 

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