Getragene Babys sind fitter und klüger

Mama mit Baby im TragetuchDas Tragen von Babys in Tragetüchern oder Tragehilfen ist ein neuer Trend. Immer mehr Mütter tragen ihre Babys ganz nah am Körper und lassen den Kinderwagen zuhause stehen. Doch ist das ständige Tragen wirklich gut für Mutter und Kind? Welche Fehler kann man beim Tragen machen? Wird mein Baby nicht verwöhnt durch das ständige Tragen? Lesen Sie weiter um Antworten auf diese Fragen zu erhalten…

Auswirkungen des Tragens auf die geistige Entwicklung

Ihr Baby hat Sie neun Monate lang gespürt und möchte Ihnen auch nach der Entbindung ganz nah sein. Wenn Sie Ihr Baby häufig tragen, vermitteln Sie ihm die Sicherheit, dass immer jemand da ist. Das Urvertrauen, das durch Ihre körperliche Anwesenheit entsteht, wirkt sich positiv auf die Persönlichkeit des Kindes aus. Oft sind getragene Babys später selbstständiger und selbstbewusster als ihre Altersgenossen. Es ist also nicht wie häufig befürchet so, dass Babys, die viel getragen werden, später verwöhnt sind und sich nicht von der Mutter lösen können. Das Gegenteil ist der Fall.

Weiterhin wurde in Studien festgestellt, dass häufige körperliche Nähe die geistige Entwicklung der Babys fördert. Denn körperliche Nähe in den ersten Lebensjahren ist wichtig für die Entstehung bestimmter Synapsen im Gehirn. Diese Nähe geben Sie Ihrem Kind durch das Tragen automatisch, ohne dass Sie sich allzu sehr einschränken müssen. Viele Dinge können Sie mit Kind auf dem Bauch oder Rücken nebenbei erledigen. Das schafft Ihnen woanders Freiräume.

Auswirkungen des Tragens auf die körperliche Entwicklung

Das richtige Tragen unterstützt die optimale Entwicklung der Hüfte von Babys. Viele Eltern bekommen vom Kinderarzt oder Orthopäden die Empfehlung, ihre Babys breit zu wickeln. Damit dem Laufenlernen später nichts im Weg steht, sollen so leichte Hüftfehlstellungen korrigiert werden. Die Haltung, die das Kind durch das breite Wickeln einnimmt, nennt sich „Anhock-Spreiz-Haltung“. Diese Haltung nehmen Babys im Tragetuch oder einer geeigneten Trage ganz automatisch ein.

Außerdem ist die Haltung optimal für die Wirbelsäule des Babys. Ihre Wirbelsäule ist im Gegensatz zu der von Erwachsenen noch rund. Eine Tragehilfe, die sich der Rückenform des Babys anpasst, trägt diesem Umstand Rechnung. Durch das aufrechte Tragen wird zudem die Rückenmuskulatur gestärkt.

Wichtig! Richtig Tragen – Richtige Tragehilfe

Die positiven Auswirkungen des Tragens sind unbestritten. Trotzdem sind Eltern oft unsicher, welche Tragehilfe die richtige ist und wie ihr Baby darin sitzen sollte. Diese Fragen sind berechtigt, denn manche Tragevarianten oder Tragehilfen schaden Ihrem Baby mehr, als sie nützen. Folgende Punkte sollten Sie beachten, damit sich Ihr Kind in einer Trage optimal entwickeln kann:

Haltung

Ihr Baby sollte in einer Trage die Anhock-Spreiz-Haltung haben. Babys nehmen diese Haltung beim Hochnehmen reflexartig ein. Sie winkeln die Beine an, so dass der Po tiefer sitzt als die Knie. Diese Haltung sollte ein Baby auch in der Tragehilfe annehmen. Bitte tragen Sie Ihr Baby niemals mit dem Gesicht nach vorn! Zum einen überstrecken Sie damit den kleinen Rücken, was zu Haltungsschäden führen kann und zum anderen überfordern Sie Ihr Baby mit Reizen, die es noch gar nicht verarbeiten kann.

Größe

Die Tragehilfe sollte auf die Größe Ihres Babys einstellbar sein. Können sie die Beinchen nicht anwinkeln, um in die Anhock-Spreiz-Haltung zu gelangen, ist die Trage noch zu groß. Viele Tragehilfen sind zu weit und zu steif, so dass die Babys darin sitzen. Sie sollten dann einen Neugeboreneneinsatz verwenden oder zum Tragetuch greifen.

Achten Sie darauf, dass die Tragehilfe ihrem Baby noch ermöglicht, seine Beine anzuwinkeln und nach unten “baumeln” zu lassen. Sind die Beinchen in der Trage eher gestreckt, ist die Trage noch zu groß. Ein kleiner Trick hilft aber manchmal: Versuchen Sie den Steg Ihrer Trage zu verkleinern, indem Sie unter dem Po Ihres Babys die Trage mit einem Mulltuch oder etwas ähnlichem “zusammenraffen”. Dadurch wird der Steg schmaler und Babys Beine können wieder angewinkelt werden.

Form

Damit sich durch das Tragen keine Haltungsschäden beim Kind ergeben, sollte der Rücken der Trage weich sein und sich der Form des Babykörpers anpassen. Außerdem sollte die Trage an vielen Stellen verstellbar und einstellbar sein, um Träger und Baby optimal aufeinander abzustimmen.

Achten Sie auch auf Ihr Wohlbefinden!

Gerade Tragemamis klagen haäufig verstärkt über Rückenschmerzen. Eine Mehrbelastung des Körpers ist beim Tragen jedoch einfach gegeben. Achten Sie daher auch darauf, dass sie so Tragen, dass es für Ihren Körper optimal ist.

Am Anfang ist es in der Regel noch recht leicht. Je schwerer Baby aber wird, umso so beschwerlicher wird das Tragen. Steigen Sie daher sobald Ihr Baby die richtige Größe für eine Trage hat (siehe oben “Größe”) vom Tragetuch auf eine Babytrage um. Gute Tragen haben einen sehr stabilen Hüftgurt, der viel von der Last auf den Schultern auf die Hüfte verlagert.

Ziel: Rückentrage

Ziel sollte es immer sein, über kurz oder lang auf dem Rücken zu tragen. Zum einen können Sie sich dann besser bewegen und das Tragen ist auch viel einfacher. Doch wie wissen Sie, ob Ihr Baby schon groß genug für den Rücken ist?

Beobachten Sie Ihr Baby! Kann es den Körper schon alleine recht gut aufrecht halten? Dann können Sie die Rückentrage schon ab und an mal anwenden. Meist sind die Babys zwischen dem fünften und sechsten Lebensmonat “bereit” für den Rücken. Fühlen Sie sich wohl, mit Baby auf dem Rücken? Perfekt, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen.

Die Rückentrage im Tragetuch sollten Sie sich von einer erfahrenen Trageberaterin zeigen lassen. In der Tragehilfe ist es einfacher:

  1. Babytrage um Hüften schnallen.
  2. Beckengurt lockern, so dass Sie ihn bequem um Ihren Körper ziehen können.
  3. Rückenteil auf die Seite ziehen.
  4. Baby hinein setzen und das Rückenteil schön hoch ziehen.
  5. Jetzt das Rückenteil samt Baby auf Ihren Rücken drehen, dabei immer einer Hand am Baby haben.
  6. Oberkörper leicht nach vorne beugen, nach den Trägern angeln und die Trage fertig anziehen.
  7. Verdrehte Kleidung richten und Beckengurt straff  ziehen.
  8. Geschafft!

Seien Sie selbstbewusst!

Lassen Sie sich nie von jemandem einreden, Tragen wäre schädlich. Für Sie als Mutter ist es optimal, da Sie einfach mehr Freiheiten haben und Baby trotzdem immer unter Aufsicht ist. Babys entwickeln sich sowohl geistig als auch körperlich optimal, wenn sie viel in einer geeigneten Trage getragen werden.

Menschenbabys sind von Natur aus Traglinge. Erst die Kultivierung hat so etwas wie Kinderwagen hervor gebracht. Sicher sind Kinderwagen ganz praktisch und aus unserer Gesellschaft kaum noch wegzudenken, jedoch sollten sie nicht das alleinige “Transportmittel” für Baby sein.

 

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